Entwicklung des Iaido
Bedeutung und Aufgabe
Iaido im DIaiB e.V.
Im Deutschen Iaido Bund e.V. (DIaiB e.V.) wird als Grundlage, neben den traditionellen Schulen, das Iaido der ZEN NIHON KENDO RENMEI (Alljapanischer Kendoverband) vermittelt.
Diese aus zwölf Formen bestehende Grundschule wurde 1968 geschaffen und beinhaltet viele Techniken historischer Schwertkampfstile.
Im ZNKR-Iai werden weltweit Prüfungen und Wettkämpfe abgehalten. Auch bei uns werden jedes Jahr Deutsche Iaido Meisterschaften durchgeführt. Unsere Nationalmannschaft vertritt Deutschland auf den jährlich stattfindenden Europameisterschaften.
Damit kommen wir zu einer Besonderheit, die Iaido von anderen Kampfkünsten und Kampfsportarten beim Wettkampf unterscheidet. Denn es findet keine Trennung nach Geschlecht oder Alter statt. Einziges Kriterium ist die erreichte (dan-) Graduierung.

Sylvia Ordynsky Sensei Iaido kyoshi 7. dan bei der Erläuterung einer ZNKR-Iaido-Kata.
Training
Iaido ist eine „körperlose“ Kampfkunst. Jeder übt die kata für sich alleine, die Gegner sind vorgestellt. Der Anfänger lernt zuerst die einzelnen Elemente, aus der eine kata besteht. Eine kata ist ein vorgegebener Bewegungsablauf, der einem realen Schwertkampf nachempfunden ist.
Jede kata beinhaltet vier Elemente:
Ziehen des Schwertes (nukitsuke) ,
Schnitt (kiritsuke),
Schwert reinigen (chiburi) und
Schwert einstecken (noto) .
Das Besondere am Iaido liegt darin, dass jeder die kata für sich alleine übt, die Gegner sind vorgestellt. Ungefährliche Partnerübungen mit dem bokken sind möglich. Mit ihnen können Funktion, Abstand, Timing und Dynamik einer kata verdeutlicht werden. Fehler entstehen alleine aus einem selber. Belastende Gedanken, naive Vorstellungen oder falsche Bewegungen fordern den Übenden. Dadurch wird das Ausführen der an sich natürlichen Bewegungen schwierig, manchmal auch unmöglich.
Erst durch die ständige Annahme dieser Herausforderung gelingt allmählich die eine oder andere Bewegung. Der Übende merkt mit der Zeit, dass die ihm fremde Technik vertraut wird. Sie wird zu seiner eigenen.
Diese Einheit von Geist, Körper und Schwert ki ken tai itchiwird in allen Bewegungen angestrebt.


Manabu Soejima Sensei †, kyoshi 8. dan, beim Zeigen von richtiger bzw. falscher Handhaltung am Schwertgriff.
Das japanische Schwert
Das japanische Schwert, katana, ist in der ganzen Welt berühmt. Nicht nur wegen seiner materiellen Eigenschaften.
Das Tragen und der Gebrauch dieser Waffe war lange Zeit alleiniges Vorrecht der japanischen Kriegerklasse, der Samurai.
Doch ist das katana viel mehr, als nur eine Blankwaffe: Es war und ist immer noch Ausdruck der Samurai-Kultur.
Denn es war nicht nur Waffe, sondern es diente auch der charakterlichen Erziehung und Weiterentwicklung der Samurai.
Im heutigen Iaido-Training werden drei Arten von Schwerter benutzt.
- Das
bokken , ein Holzschwert für Partner-Übungen und Grundlagen-/Aufwärmtechniken.
- Das
iaito , es entspricht einem scharfen Schwert in Form, Länge, Gewicht und Aussehen. Die Klinge ist aber ungeschliffen.
- Und zuletzt das scharfe Schwert, auch als
shinken bezeichnet. Welches aber erst nach vielen Jahren intensiven Übens im Training eingesetzt werden sollte.
Eine Übersicht über den Aufbau eines japanischen Schwertes und die Bezeichnungen der einzelnen Schwertteile finden Sie im Downloadbereich der Mediathek.