Iaido

Die Entwicklung

Die Grundlagen für das heutige Iaidō wurden in der Edo-Zeit (1603 – 1868) gelegt. In dieser Zeit, nach einem halben Jahrhundert voller Bürgerkriege, herrschte in Japan eine Zeit des Friedens und der politischen Stabilität. Unter der Herrschaft des Tokugawa-Shogunat blühte die Kultur in Japan auf. Damit verloren die Kampftechniken der Samurai immer mehr an Bedeutung. Nicht mehr ständig im Kampf stehend, fand immer mehr eine Aufnahme von spirituellem Gedankengut wie Taoismus und Zen-Buddhismus in den Kampftechniken statt. Bereits zum Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Ausübung der Schwerttechniken von einigen Schwertkämpfern nicht mehr nur als Kampftechnik gesehen, sondern auch als Instrument zur Erziehung und zur Kontrolle des Selbst.

Allgemein gilt Hayashizaki Jinsuke Shigenobu (1546 – 1621) als Begründer des Iaijutsu und ist damit auch Wegbereiter des Iaidō. Der Geschichte nach, hat er eine effektive Schwerttechnik gesucht und entwickelt, um den Mörder seines Vaters mit nur einem Schwertstreich niederstrecken zu können. Später soll sich ihm die wahre Natur des Schwertkampfes während seiner Meditationen eröffnet haben.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das öffentliche Tragen von Schwertern von Kaiser Meiji verboten. Die Schwertkampfkunst kam daraufhin zum Erliegen. Nur durch das Engagement von Personen wie Nakayama Hakudō (1873 – 1958) kam es zu einem Wiederaufleben der traditionellen Schwertkunst. Er vereinigte mehrere historische Schulen unter den Namen Musō Shinden Ryū (Traum-Geist-Überlieferung-Schule).

Der Begriff Iaidō tauchte erst Mitte des 20. Jahrhunderts auf. Unter diesem Begriff werden alle Schwertkampfkünste gefasst, in denen die geistige Ausbildung einen hohen Stellenwert hat.

Noch heute gibt es viele Stile, die ihren Ursprung auf Hayashizaki Jinsuke Shigenobu beziehen. Hierzu gehören zum Beispiel die Musō Jikiden Eishin Ryū und die Musō Shinden Ryū. Beide Schulen sind in Deutschland am weitesten verbreitet.

Die Bedeutung

Das Wort Iaidō besteht aus zwei Silben: iai und dō. Die Silbe iai setzt sich aus zwei Schriftzeichen zusammen. I(ru) = sein und ai(au) = zusammen, Harmonie. Beides zusammen bedeutet so viel wie „ganz dabei sein“. Die zweite Silbe dō bedeutet Weg. Mit diesem Weg ist der Verlauf der persönlichen Entwicklung und Ausbildung gemeint. Im Mittelpunkt des dō steht immer das Üben einer bestimmten Fertigkeit mit einem überwiegend spirituellen Aspekt. Anders als bei europäischen Sportarten, in denen die charakterliche Bildung nur eine Randerscheinung ist, wenn sie denn überhaupt passiert, steht diese beim dō im Mittelpunkt. Das Ziel liegt in der Ausbildung der in jedem Menschen befindlichen Fähigkeiten, damit er sein Leben mit Bewusstsein und Erkenntnis füllen kann.

Aufgabe des Iaidō ist das Erlernen, wie man das Schwert in allen möglichen Situationen gezielt und sicher bewegen kann. Dies alleine reicht aber nicht aus. Denn dann würde man bei der Schwertkampftechnik Iaijutsu stehen bleiben. Hier ist irgendwann kein wahrer Fortschritt mehr möglich. Darüber hinaus geht es beim Iaidō nicht nur um die Methode, andere mit dem Schwert zu töten, sie zu besiegen, sondern um die Überwindung des eigenen Egos. Das eigene Selbst soll durch das Schwert getroffen und besiegt werden.

Der ernsthaft Übende wird durch die vielen Schwierigkeiten beim Beschreiten des Weges zu einer intensiven Auseinandersetzung mit sich selbst gezwungen. Die Überwindung und das stete Bemühen zur Verbesserung sind der Kern der Ausbildung. Die klassische Situation des Schwertkämpfers sich mit seinem Gegner auseinandersetzen zu müssen steht im Iaidō stellvertretend für die Handlungen in unserem modernen, täglichen Leben.

Saya no uchi no kachi saya ist das größte Ziel. Siegen, ohne das Schwert zu ziehen.

Iaidō beinhaltet letztendlich die vorausschauende und im Einklang mit den Umständen angemessene Handlung.

 

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Gemeinsames Training auf einem Lehrgang

Das Training

Das Wort Iaidō besteht aus zwei Silben: iai und dō. Die Silbe iai setzt sich aus zwei Schriftzeichen zusammen. I(ru) = sein und ai(au) = zusammen, Harmonie. Beides zusammen bedeutet so viel wie „ganz dabei sein“. Die zweite Silbe dō bedeutet Weg. Mit diesem Weg ist der Verlauf der persönlichen Entwicklung und Ausbildung gemeint. Im Mittelpunkt des dō steht immer das Üben einer bestimmten Fertigkeit mit einem überwiegend spirituellen Aspekt. Anders als bei europäischen Sportarten, in denen die charakterliche Bildung nur eine Randerscheinung ist, wenn sie denn überhaupt passiert, steht diese beim dō im Mittelpunkt. Das Ziel liegt in der Ausbildung der in jedem Menschen befindlichen Fähigkeiten, damit er sein Leben mit Bewusstsein und Erkenntnis füllen kann.

Aufgabe des Iaidō ist das Erlernen, wie man das Schwert in allen möglichen Situationen gezielt und sicher bewegen kann. Dies alleine reicht aber nicht aus. Denn dann würde man bei der Schwertkampftechnik Iaijutsu stehen bleiben. Hier ist irgendwann kein wahrer Fortschritt mehr möglich. Darüber hinaus geht es beim Iaidō nicht nur um die Methode, andere mit dem Schwert zu töten, sie zu besiegen, sondern um die Überwindung des eigenen Egos. Das eigene Selbst soll durch das Schwert getroffen und besiegt werden.

Der ernsthaft Übende wird durch die vielen Schwierigkeiten beim Beschreiten des Weges zu einer intensiven Auseinandersetzung mit sich selbst gezwungen. Die Überwindung und das stete Bemühen zur Verbesserung sind der Kern der Ausbildung. Die klassische Situation des Schwertkämpfers sich mit seinem Gegner auseinandersetzen zu müssen steht im Iaidō stellvertretend für die Handlungen in unserem modernen, täglichen Leben.

Saya no uchi no kachi saya ist das größte Ziel. Siegen, ohne das Schwert zu ziehen.

Iaidō beinhaltet letztendlich die vorausschauende und im Einklang mit den Umständen angemessene Handlung.

korrektur
Soejima, Manabu Sensei, 8. Dan Iaido Kyoshi bei der Korrektur der Handhaltung am Schwertgriff

Der Anfänger lernt zuerst die einzelnen Elemente, aus der eine kata besteht. Eine kata ist ein vorgegebener Bewegungsablauf, der einem realen Schwertkampf nachempfunden ist. Jede kata beinhaltet vier Elemente: Ziehen des Schwertes (nukitsuke), Schnitt (kiritsuke), Schwert reinigen (chiburi) und Schwert wegstecken (nōtō). Das Besondere am Iaidō liegt darin, dass jeder die kata für sich alleine übt, die Gegner sind vorgestellt. Ungefährliche Partnerübungen mit dem bokken sind möglich. Mit ihnen können Funktion, Abstand, Timing und Dynamik einer kata verdeutlicht werden. Fehler entstehen alleine aus einem selber. Belastende Gedanken, naive Vorstellungen oder falsche Bewegungen fordern den Übenden. Dadurch wird das Ausführen der an sich natürlichen Bewegungen schwierig, manchmal auch unmöglich. Erst durch die ständige Annahme dieser Herausforderung gelingt allmählich die eine oder andere Bewegung. Der Übende merkt mit der Zeit, dass die ihm fremde Technik vertraut wird. Sie wird zu seiner eigenen.

Diese Einheit von Geist, Körper und Schwert ki ken tai itchi wird in allen Bewegungen angestrebt.

 

 

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